Es muss nicht immer das Ijsselmeer sein....

Diese Feststellung machten wir bei unserer diesjährigen Himmelfahrtstour nach Holland, bei der wir eigentlich an Ijsselmeer wollten und in der kleinen, historischen Stadt Elburg am Veluwemeer, einem der Randmeere, hängengeblieben sind. Gerade im Gebiet der Randmeere, dem alten hollandischen Land findet man viele alte Fischerdörfer, Festungen mit alten Stadtmauern und Häfen mit historischen Schiffen.....und eine beachtliche Anzahl schöner Stellplätze.
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Himmelfahrts-Tour 2014

Nach Schulschluss um 15.30 fahren wir bei strömenden Regen auf die A 30 mit dem Ziel Holland und IJsselmeer. Michael hat angesichts der Wetterverhältnisse wenig Lust wegzufahren, Aber das Wetter soll ja besser werden. Wir wissen noch nicht, ob wir die knapp 300 km bis ans IJsselmeer durchfahren oder vor bzw gleich nach der Grenze übernachten wollen. Die A30 ist voll wie nie. Ein Stau angesagt. Unterwegs suche ich einen Stellplatz bei Delutte und einen weiteren bei Hengelo heraus, beide direkt hinter der Grenze. Gegen 18.00 Uhr fahren wir auf den sehr gepflegen Stellplatz Erve Velpen an einem Bauernhof bei De Lutte. Schon einige Mobile stehen auf der Wiese. Es regnet immer noch wie aus Eimern und die Spuren im Gras sprechen fur sich.
Wir fahren weiter zum 20 Km entfernten Stellplatz in Oele bei Hengelo, auch wieder ein Stellplatz an einem Bauernhof.
Der Stellplatz De Eulenhook bietet 15 Mobilen einen asphaltierten, großzügigen Stellplatz mit angrenzender Grünfläche und Stromanschluss. Es stehen schon einige Fahrzeuge da. Kaum haben wir den Motor abgestellt, kommt auch schon die Betreiberin, um uns willkommen zu heißen und uns alles zu zeigen und zu erklären. Im Stellplatzpreis von 9,00 Euro ist Strom und Nutzung der Sanitaranlagen sowie Internet enthalten. Auch sonst ist man bemüht, es den mobilen Gästen so angenehm wie möglich zu machen. Dazu gehört auch eine originelle Hütte mit Theke und eine Freiluftkuche. Der ganze Stellplatz ist gut durchdacht und wirkt gepflegt. Einzig die Geräusche der Autobahn , die ganz in der Nähe vorbei führt, sind etwas störend. Aber da es ja den ganzen Abend ununterbrochen weiter regnet, haben wir sie im Fahrzeug nicht so wahrgenommen.
Am nächsten Morgen geht es immer noch mit Regenbegleitung weiter. Wir haben uns den Stellplatz im Hafen von Elburg ausgesucht, der im Alten Land von Holland an den Randmeeren ,auch Polderseen genannt ,liegt. Sie stellen die größte durchgängigste Wasserstraße der Niederlande dar. Als wir am späten Vormittag in den Hafen fahren sind alle 10 Plätze besetzt. Wir sind etwas enttäuscht, denn der Stellplatz am Wasser gefällt uns sehr gut. Wir fahren zunächst einmal auf den PKW Parkplatz, um zu beraten wohin wir nun fahren sollen. Vatertag wird auch in den Niederlanden gefeiert und Brückentage scheinen unsere Nachbarn im Westen auch zu kennen. Dementsprechend sind die Stellplätze voll. Während wir noch debattieren, verlässt gegenüber ein Womo seinen Stellplatz. So schnell hat Michael noch nie sein Wohnmobil gestartet. Wir brauchen nicht weiter überlegen. Wir haben einen Stellplatz.
Wenig später mache ich den ersten Erkundungsgang und bin begeistert. Elburg ist eine mittelalterliche Festung. Innerhalb der Stadtmauern liegt die Altstadt mit vielen, kleinen Laden und mit Gastronomie. Um die Stadt fuhrt eine Wallanlage mit Wassergraben .Alles wunderschon angelegt und gepflegt.Im Hafen liegen ausser den Touristenbooten auch historische Fischerboote und die Ausflugsschiffe nach Urk. In der Altstadt findet zur Zeit an bestimmten Plätzen eine Kunst-und Kultur Ausstellung statt und es ist verkaufsoffener Feiertag. Beides lockt viele Besucher in die kleinen Gassen. Ich entdecke einen Fischladen.Hier gibt es nicht nur die neuen Matjes sondern auch gebratene Kibbelinge. Unser Mittagessen ist damit gesichert. Mit einem Stadtbummel am Nachmittag und einer Walkingtour am Abend entdecken wir diesen wirklich schönen Ort und freuen uns bei einem tollen Sonnenuntergang , dass wir hier einen Stellplatz gefunden haben.

 

Am nächsten Morgen ist der Himmel zwar nicht mehr wolkenlos wie am Abend zuvor, aber dafür ist es mit fast 20 Grad wesentlich wärmer geworden. Nach dem Frühstück satteln wir die Räder und suchen einen Supermarkt. Den Jumbo Markt finden wir am Ortsausgang. Danach fahren wir entlang des Weluwemeeres, so heisst das Randmeer zwischen Elburg und Harderwijk nach Harderwjik. Die Randmeere sind entstanden, als man neues Land, das Flevoland durch Einpolderung gewonnen hat. Die Randmeere oder auch Polderseen bekamen den Namen des angrenzenden Alten Landes und heissen unter anderem Gooimeer, Eemmeer, Drontermeer, Kettelmeer und Vossemeer usw. Alle Meere sind miteinander verbunden und bilden eine riesige, durchgangige Wasserstrasse, die ins Ijsselmeer mündet. Im Alten Land findet man viele alte Fischerdörfer, Festungen mit alten Stadtmauern und Häfen mit historischen Schiffen,

Wir radeln entlang an unendlich langen Sandstränden, an Segel-und Surfschulen, durch Waldstücke immer auf erstklassigen und gut aus geschilderten Radwegen. Nach 10 km kommen wir zum Aquazentrum Bremerbergse Hoek. Von dort aus fährt stündlich die Radfähre über das Weluwemeer. In einem Körbchen liegen Plastikchips. Sie berechtigen zu einem Platz auf der nächsten Fähre. Als wir ankommen ist das Körbchen bereits leer. Die Anwärter auf einen Fährenplatz sitzen auf der Terrasse des angrenzenden Cafés .
Wir wollten sowieso nicht über setzen und fahren weiter in den historischen Hafen von Hardewijk, nicht ohne zuvor Rast in einer Fischbraterei gemacht zu haben, denn es ist bereits Mittag und wir haben schon 25 km zurückgelegt.Harderwijk ist auch eine historische Stadt mit Stadtmauer und Hafen mit historischen Schiffen. Es ist viel Betrieb in der Stadt und im Hafen. Wir fahren zum Dolfinarium. Auch hier ist es ziemlich rummelig (das Wort gibt es im übrigen im holländischen auch). Zurück gehts ins Zentrum. Radfahren ist hier nicht mehr möglich und so schieben wir das Rad durch die Einkaufsstrasse. Durch ruhigere Seitenstrassen gehts dann zuruck. Wir fahren durch kleine Orte. Uberall gibt es viel zu sehen, sei es in den Gärten oder an den Häuser. So werden uns die 27 km nicht langweilig, die wir fahren bis wir wieder am Wohnmobil sind. Danach machen wir es uns vorm Mobil in der Sonne gemütlich und schauen dem Anlegen der Boote im Hafen zu.
 
Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein weckt uns am nachsten Morgen. Im Hafen ist schon Betrieb, dem wir beim Morgenkaffee zuschauen. Wir haben gestern abend beschlossen, hier in Elburg zu bleiben.Der Platz ist gut und bietet viel Abwechslung. Und wir bemerken anhand der suchenden Wohnmobile, dass es überall wohl sehr voll sein muss. Michael hat leichte Ausfallerscheinungen von der gestrigen Radtour und will heute keine großen Strecken mehr radeln. Ich habe Lust aufs Städtchen und stürze mich ins Einkaufsgetümmel. Überfall haben zum Teil winzige Laden geoffnet, in denen es tausend Sachen zu entdecken gibt. Die Straßencafes sind gefüllt und die Menschen genießen die Sonne. Nach 2 Stunden kehre ich mit einer gut gefüllten Einkaufstasche zurück. Wir wollen noch ein wenig mit dem Fahrrad fahren und beraten wohin. Kampen, die Stadt liegt an der Mündung der IJssel in das Ketelmeer. Dieser 35 km² große See ist mit dem 30mal größeren IJsselmeer verbunden. Kampen hat drei Verkehrsbrücken über die IJssel, liegt ca 18 km entfernt und scheidet auf Grund besagter Ausfallerscheinungen aus Auch Kampen hat auch einen Stellplatz.
Ich erinnere mich an den Tipp aus dem Touristbüro, dass es in der Gegend einen tollen Garten geben soll, den man besichtigen kann. Unser Navi sagt uns auf Anfrage auch gleich die Entfernung: 6 km. Das ist zu schaffen. So radeln wir unter  Navi Elses Anleitung zu *Ambis Berg*. Der Garten ist echt sehenswert, auch wenn er nicht so ganz meinem Geschmack entspricht. Hier hat Jemand über Jahrzehnte all seine Energie und auch sein Geld in seinen Garten gesteckt und ein Kunstwerk aus Steinen,Wasser und Pflanzen erschaffen. Eine Besichtigung lohnt sich allemal. Zurück geht es eine andere Strecke und letztendlich kommen doch wieder 17 km zusammen. Gegen Abend gehts noch ein StündchenWalken ansonsten geht es heute eher ruhig zu.[

 

Sonntagmorgen nach den Frühstück brechen wir unsere Zelt in Elburg ab. Wir wollen uns auf dem Rückweg noch den Stellplatz in Nunspeed, der ca 10 km entfernt ist sowie zwei Stellplätze am Ermeler Meer ansehen.
Der Stellplatz De Swann in Nunsped ist Top Platz in den Niederlanden 2011 gewesen. Er macht einen sehr guten Eindruck und ist gut besucht. Er liegt fahrradnah zwischen Elburg und Hardewijk und ca 2 km vom Ortskern Nunspeed sowie dem Veluwemeer entfernt. Eine gute Adresse, wenn man es etwas ruhiger angehen will.
Der Stellplatz Camping Erkermeder Strand liegt von Elburg fast 30 km entfernt und gefällt uns nicht so gut, da es eine Stellfläche vor dem Campingplatz ist. Der dritte Platz Camperpark De Wielewaal in Zeewolde gefällt uns wieder sehr gut. Er liegt schön ruhig ca 30m vom Strand entfernt und auch Zeewolde und Hardewijk sind gut mit dem Rad zu erreichen.
Nach dieser Besichtigunng fahren wir nach Hause.
Fazit: Es muss nicht unbedingt das Ijsselmeer sein. Auch an den Randmeeren gibt es schöne Stellplätze, alte Städte und viel Wasser zum Baden, Schwimmen oder Boot fahren